Endlich, wir sind in den Rockies. Der Icefield Parkway ist eine 232km lange, idyllische Straße, die zwischen Bergen der Rocky Mountains in Kanada verläuft. Sie wird auch als eine der schönsten Strecken der Welt bezeichnet. Wir können dem nur zustimmen. Was für eine Aussicht:






Als wir in Banff angekommen sind, haben wir zunächst unseren Schlafplatz im Nationalpark begutachtet. Anschließend haben wir das Programm für die nächsten Tage geplant.
Als erstes verbrachten wir einen entspannenden Vormittag in den Upper Hot Springs. Der Eintritt für das 40 Grad heiße Thermalbad war mit 15$ günstig, verfügte jedoch nur über ein Becken welches sich bereits nach einer Stunde schnell gefüllt hatte.

Am nächsten Tag nahmen wir den Bus zum Lake Louise. Der See mit dem türkisblauen Wasser ist einer der bekanntesten Orte in den Rockies und beinahe 10.000 Jahre alt. Wir unternahmen eine kleiner Wanderung um den See herum und genossen die idyllische Landschaft.










Vom Lake Louise nutzten wir die Möglichkeit zum Moraine Lake zu gelangen. Das ist ein See, der von 10 Gipfeln mit über 3000 Meter Höhe eingefasst ist. Auch hier unternahmen wir eine kleine Wanderung am Ufer des Sees.



Auf unserer Bus-Rückfahrt dachte sich das Schicksal offensichtlich, dass wir schon lange kein richtiges Abenteuer mehr hatten und überlegte sich etwas ganz besonderes für uns. Möchtet ihr raten was es war? Jaaaaaaaa, ein Senkloch auf der Autobahn! Als unser Bus auf der Autobahn zum Stehen kam, war noch von 1,5 Stunden Stau die Rede. Als schließlich herauskam, dass es sich um ein Senkloch handelte, dass 2 Meter breit und 7 Meter lang war, wurde aus diesen 1,5 Stunden bald 2 – dann 2,5 und anschließend 3 Stunden, in dem sich der Bus kaum bewegte. Da wir hier keinen Empfang hatten, war auch nicht klar wie lange wir noch stehen würden. Der Busfahrer meinte, die längste Zeit, die er im Stau gestanden war, seien 10 Stunden gewesen… Nach 1,5 Stunden begannen die ersten Gäste auszusteigen und loszulaufen. Wir waren nur noch 6-7 km von der Stadt entfernt. Da wir an diesem Tag bereits über 10km gewandert sind, waren wir anfangs noch zu müde um ihrem Beispiel zu folgen. Mit dem Busfahrer haben sich alle ausgemacht, dass er sie wieder einsteigen lassen würde, wenn er schneller als die Fußgänger fahren kann. Nach 3 Stunden und unzähligen Uno-Spielen mit Fremden später, entschieden wir uns ebenfalls auszusteigen und loszulaufen Nach 45 Minuten holte uns dann der Bus doch wieder ein, da es nun eine ordentliche Umfahrung gab. Wir wurden mit Applaus im Bus empfangen und die Stimmung war ausgelassen.. In welchem anderen Land würde es einem passieren, dass der Busfahrer seine Gäste animiert, lieber zu Fuß zu gehen, da es vermutlich schneller ist um in die nächste Stadt zu kommen? Kanada ist einfach außergewöhnlich.

Am nächsten Tag, ganz in der Früh, starteten wir zu unserem nächsten „Bucket-List“ Event: Wildwasser Rafting. Am Horseshoe Canyon starteten wir mit zwei Rafting-Booten und zwei humorvollen Rafting-Führern. Wir waren eine Europa-Gruppe mit einem Guide aus Irland und zwei Deutschen sowie einer Kanadierin (mit Großeltern aus Deutschland ;)). Es stellte sich heraus dass Paul, aktuell sogar in Wien studiert. Die Welt ist wirklich klein.
Die Strecke durch den Horseshoe Canyon beinhaltete drei Stromschnellen, die einen Adrenalinschub veranlassten, der so manchen zum Schreien brachte.
Nach der ersten Stromschnelle machten wir eine kurze Pause um von einer Klippe ins Gletscherwasser des Flusses zu springen. Nach dieser Erfrischung paddelten wir den Canyon weiter entlang. Unser Guide erzählte uns über zahlreiche Verfilmungen die in diesem Canyon gedreht wurden. z.B. The Revenant mit Leonardo DiCaprio, Jumanji, etc.
Unsere Gruppe war total nett und super lustig. Das finale Bild hatte das Motto „Boyband-Pose aus den 90ern“:
Auf unserem Weg nach Jasper, haben wir noch am Athabasca Glacier halt gemacht:


Anschließend sind wir mit unserer Wohnung aka unserem Wohnmobil nach Jasper gefahren. Auch hier hatten wir einen Campground, der mitten im Nationalpark ist.
Zunächst haben wir jedoch noch Athabasca Falls bewundert. Das ist ein Wasserfall, der 23 Meter hoch ist.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Wildtier-Tour gebucht. Unser großes Ziel war es vor allem einen Elch aus der Nähe zu beobachten und zumindest ein gutes Foto zu machen. In unserem Alaska-Blog vom Denali Nationalpark sieht man ja wirklich mehr Bäume als Elch auf dem Foto 😉 😉
In einem kleinen Bus und mit einer tollen Touristenführerin erkundeten wir nun gemeinsam die Umgebung von Jasper. Gleich zu Beginn haben wir mehrere Herden Wapitis (eine Unterart des Rothirsches) gesehen, die deutlich größer sind als europäische Hirsche. Oft verwechseln sie Tourist:innen deshalb mit Elchen.




Der Maligne Canyon ist mit 50 Metern der tiefste Canyon im Jasper National Park.



Anschließend fuhren wir am Medicine Lake vorbei und direkt zum Maligne Lake. Hier machten wir die Moose Lake Wanderung, in der Hoffnung Elche zu sehen, jedoch leider ohne Erfolg. Ein bisschen enttäuscht setzten wir uns in den Bus und gerade als wir die Hoffnung tatsächlich aufgeben wollten, hielt unser Bus am Rand der Straße und eine Elchmutter mit ihrem Kalb graste gemütlich neben der Straße – nur 3 bis 4 Meter von uns entfernt!!


Als wir am Abend gemütlich beim Grillen den Tag Revue passieren ließen, konnten wir unser Glück immer noch nicht fassen. Wir haben mittlerweile so viele wundervolle Tiere und Naturschauplätze gesehen, wie wir es uns vor einigen Monaten gar nicht vorstellen konnten. Jetzt sind wir bereits über 3 Monate unterwegs und die Zeit vergeht wie im Flug. Markus könnte vermutlich noch ewig im Wohnwagen durch die Gegend düsen. Es ist einfach wunderbar seine Freude jeden Tag beim Fahren zu sehen.
Am nächsten Tag machten wir uns auf in Richtung Nord-Osten, da wir vom Beaver Boardwalk in Hinton gehört hatten. Das ist der längste Holzsteg der Welt, der durch ein sumpfartiges Gebiet und einen kleinen See geht, in dem regelmäßig Biber zu finden sind.





Nach dieser langen Zeit in der Natur und der Ruhe, entschieden wir uns am nächsten Tag das krasse Gegenteil aufzusuchen: die West Edmonton Mall. Das Einkaufszentrum war bis 2004 das größte Einkaufszentrum der Welt. Sie hat 492.000m2, 800 Geschäfte, 26 Kinosäle, einen Freizeitpark, ein Wasserbad, ein Aquarium und ein Eishockeyfeld. Nach vier Stunden hatten wir jedoch auch genug und sind zum nächsten Campingplatz außerhalb der Stadt gefahren.


Seit gestern sind wir nun Lloydminster und werden ab morgen immer mehr in den Osten von Kanada – durch die Prärieprovinzen – fahren, um den anbrechenden Herbst dort zu genießen.


